Budget in der Elternzeit

mit Studium und ohne den Überblick zu verlieren

Ich bin Ingenieurin. Ich plane normalerweise gerne. Aber in der Elternzeit mit laufendem Masterstudium habe ich einen Moment lang komplett den Überblick über unser Geld verloren – und das war die beste Grundlage für ein System das wirklich zu unserem Leben passt.

Elterngeld. Weniger als das Gehalt. Manchmal deutlich weniger. Dazu Semesterbeitrag, Lernmaterial, BAföG oder nicht – und gleichzeitig die normalen Haushaltskosten die sich mit Kind irgendwie nicht reduziert haben, sondern eher zugenommen haben. Windeln. Kleidung die in drei Monaten nicht mehr passt. Kita-Warteliste. Irgendwann Kita-Beitrag.

Was mir geholfen hat war nicht ein aufwendiges Haushaltsbuch oder eine komplizierte Excel-Tabelle mit Kategorien. Es war das Gegenteil: ein einziger Blick einmal im Monat auf einen einfachen Überblick. Das ist alles.

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So sieht mein monatlicher Budget-Überblick aus – Einnahmen, Fixkosten, Restbudget. Mehr brauche ich nicht

Elterngeld und Studium – was finanziell wirklich passiert

Wer vor der Elternzeit gut verdient hat, erlebt beim Elterngeld einen echten Einkommensschock. Das Basiselterngeld beträgt 65 Prozent des Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt – maximal 1.800 Euro. Elterngeld Plus liegt bei maximal 900 Euro, dafür doppelt so lang. Wer studiert und gleichzeitig in Elternzeit ist, hat häufig weniger als das Minimum als Sicherheitsnetz.

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Was mich überrascht hat: nicht der Wegfall des Gehalts hat das Budget gesprengt. Es waren die vielen kleinen Ausgaben die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Eine Kinderärztin mit langen Wartezeiten bedeutet: Parken, manchmal Café um die Ecke. Kita-Warteliste beschleunigen? Kostet. Studiumsgebühren laufen weiter. BAföG greift meistens nicht oder nur teilweise wenn man schon verdient hat.

✦ Was viele nicht wissen

Während der Elternzeit darf man bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten – das Elterngeld wird dann anteilig angerechnet. Wer neben dem Studium noch einen Minijob oder Freelance-Arbeit macht, sollte das genau berechnen. Die Grenze liegt beim Elterngeld Plus bei 32 Stunden Teilzeit – darunter bleibt der Anspruch voll erhalten.

Budget in der Elternzeit berechnen – so verschaffe ich mir Überblick

Ich habe lange nach dem perfekten System gesucht. Apps, Excel-Tabellen, Haushaltsbücher – alles zu aufwendig für eine Person die gleichzeitig stillt, studiert und nie weiß ob das Kind in zwanzig Minuten aufwacht. Am Ende hat mich das Einfachste gerettet: eine einzige Seite. Einmal im Monat.

Das Prinzip: drei Spalten. Einnahmen. Fixkosten. Was bleibt. Was bleibt ist das Budget für alles andere – Lebensmittel, Kind, Freizeit, Puffer. Wenn dieses Restbudget positiv ist, ist der Monat in Ordnung. Wenn es negativ ist, gibt es einen konkreten Bereich den ich anschaue.

✦ Mein Grundprinzip

Ich brauche keinen perfekten Überblick. Ich brauche nur zu wissen ob ich im Plus oder im Minus bin und warum. Alles andere ist Optimierung – und Optimierung ist das, was ich nach der Elternzeit machen kann.

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Drei Grundregeln die funktionieren – weil sie realistisch sind.

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld – was sich beim Studium lohnt

Wer studiert und in Elternzeit ist, hat meistens die Wahl zwischen Basiselterngeld (12–14 Monate, voller Betrag) und Elterngeld Plus (bis zu 28 Monate, halber Betrag). Die Entscheidung hängt davon ab wie lange man tatsächlich Elternzeit nimmt und ob man nebenher arbeitet oder arbeiten kann.

Für mich hat Elterngeld Plus besser gepasst – weil die Masterarbeit länger läuft als zwölf Monate und ich flexible Zeitplanung brauche. Der geringere monatliche Betrag tut weh, aber die längere Planungssicherheit hilft. Das ist eine persönliche Abwägung die jede Familie anders trifft – und für die es keine universell richtige Antwort gibt.

„Der beste Finanzplan in der Elternzeit ist nicht der ausgefeilteste. Er ist der den man wirklich benutzt."

Sparen in der Elternzeit – wo es geht und wo nicht

Es gibt eine ehrliche Wahrheit über Sparen mit Kleinkind: die meisten Einsparungen die man theoretisch machen könnte, scheitern am Zeitaufwand. Selber kochen statt Lieferservice – ja, klar. Aber wenn das Kind krank ist und man gleichzeitig eine Deadline für die Masterarbeit hat und der Partner arbeitet, dann kostet der Lieferservice weniger als die Alternative.

Was tatsächlich Einsparungen gebracht hat ohne uns Lebensqualität zu kosten:

✦ Was bei mir wirklich funktioniert hat

Babyausstattung gebraucht kaufen -

Kinderwagen, Hochstuhl, Babyphon. Alles was das Kind in sechs Monaten überwächst kauft man nicht neu.

Kleidung in größeren Paketen tauschen –

Eltern-WhatsApp-Gruppen sind unterschätzte Ressourcen.

Studentenrabatte konsequent nutzen –

Software, Streaming, Bibliotheksausweis statt Bücher kaufen, Mensa.

Abonnements ehrlich prüfen –

was nutzt man wirklich mit Kind? Fitnessstudio: nein. Spotify: ja. Kochboxen: nein.

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Was ich mir vorher gewünscht hätte zu wissen

Dass niemand wirklich darüber redet wie viel weniger Geld es ist. Nicht als Klage – als Information. Wer sich vorbereiten kann, geht entspannter in diese Phase. Wer zum ersten Mal seinen Elterngeld-Bescheid aufmacht und denkt „das kann nicht stimmen“ – dem hätte geholfen wenn jemand das vorher gesagt hätte.

Also sage ich es jetzt: Es ist weniger als du denkst. Die ersten Monate sind finanziell die härtesten weil alles neu ist. Und mit einem einfachen System wird es besser – nicht weil das Geld mehr wird, sondern weil der Überblick zurückkommt.

Und noch etwas: Finanzstress ist echter Stress. Er belastet die Beziehung. Er belastet den Schlaf der eh schon knapp ist. Er belastet die Kapazität für das Studium. Deswegen lohnt es sich einmal im Monat zehn Minuten zu investieren um zu wissen wo man steht. Nicht aus Perfektionismus – aus Selbstschutz.

In Verbundenheit mit allen die gerade durchhalten – du schaffst das. 💛

Deine Anna

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