Stillen – aller Anfang ist schwer

was ich gebraucht habe und was du dir sparen kannst

Ich hatte vor der Geburt eine sehr klare Vorstellung vom Stillen: Baby anlegen, fertig. Was dann wirklich passiert ist, war etwas anderes. Wunde Brustwarzen in Woche eins, ein Baby das nicht richtig anlegte, und ich in einer Apotheke um elf Uhr nachts auf der Suche nach Stilleinlagen. Ich hätte mir das gewünscht, was ich dir heute schreibe.

Stillen ist eine der Fähigkeiten die sich völlig natürlich anfühlen sollte – und es trotzdem oft nicht tut. Zumindest nicht sofort. Die gute Nachricht: Es wird besser. Meistens deutlich besser. Aber der Anfang ist echt, er ist hart, und er ist einfacher mit den richtigen Dingen an deiner Seite.

In diesem Artikel schreibe ich dir auf, was ich selbst verwendet habe, was den Unterschied gemacht hat und was du ruhig weglassen kannst. Keine gesponserten Phantasielisten – nur das, was bei mir wirklich funktioniert hat.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Diese sind mit * gekennzeichnet. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision um den Blog betreiben zu können. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

6893b4aa 13d0 4f0f b909 1744e415d149
Zwei Spalten, eine ehrliche Entscheidungshilfe. Was wirklich gebraucht wird – und was die Werbung glauben macht, man brauche es.

Stillen am Anfang – warum es sich so anfühlt wie es sich anfühlt

Die ersten Wochen sind die schwersten. Nicht weil du es falsch machst – sondern weil beides neu ist: du und dein Baby müssen das Stillen erst gemeinsam lernen. Dein Baby kann noch nicht optimal anlegen, deine Brustwarzen sind es nicht gewohnt, dein Körper produziert Milch oft in Schüben die sich wie Vollgas anfühlen.

Wunde, aufgerissene oder überempfindliche Brustwarzen in den ersten zehn bis vierzehn Tagen sind bei vielen Mamas normal. Das heißt nicht, dass es so bleibt. Es heißt, dass es gerade eine Übergangsphase ist. Und für genau diese Phase macht die richtige Ausrüstung einen echten Unterschied.

✦ Was mir in den ersten Wochen wirklich geholfen hat

Lanolin-Creme nach jedem Stillen aufzutragen hat meine Brustwarzen buchstäblich gerettet. Stilleinlagen die weich genug sind um nicht zu scheuern. Und ein Still-BH ohne Bügel, den ich auch nachts getragen habe ohne das Gefühl eingeschnürt zu sein.

Was braucht man zum Stillen wirklich – die ehrliche Liste

Die Industrie hat eine ziemlich lange Liste. Meine ist kürzer. Was folgt sind die fünf Dinge die ich selbst verwendet habe – nicht gesponsert, sondern bezahlt, ausprobiert und für gut befunden. Dazu eine klare Einschätzung, für wen was sinnvoll ist.

📦 Empfehlung 1 · Unverzichtbar 
Großes Still-Set mit allem was du am Anfang brauchst
Manche Dinge kauft man einzeln und merkt erst hinterher dass man alles gleichzeitig braucht. Dieses Set enthält alle Basics auf einmal – Still-Pads, Brust-Shells, Stillhütchen, Brustwarzen-Pflege und mehr. Was ich daran schätze: man muss danach nichts mehr dazu kaufen. Alles was in den ersten Wochen wirklich anfällt, ist abgedeckt. Das spart nicht nur Geld, sondern auch den Stress um zwei Uhr nachts herauszufinden was man gerade noch bestellen müsste.
Mein Tipp: Noch vor der Geburt besorgen. Man weiß vorher nicht, was man genau braucht – und wenn man es weiß, will man es sofort haben.

Still-Set mit allem für den Anfang (Affiliate-Link)* →

🍼 Empfehlung 2 · Für gelegentliches Abpumpen 
Handmilchpumpe – für ab und zu mehr als ausreichend
Ich hatte keine elektrische Doppelpumpe. Ich hatte diese Handmilchpumpe – und für meinen Bedarf war sie vollkommen ausreichend. Ich habe sie gelegentlich zum Abpumpen genutzt, auch während der Rückbildungsphase, wenn sich die Brust voll angefühlt hat ohne dass mein Sohn getrunken hat. Kein Lärm, kein sperrriges Gerät, kein stundenlanger Aufbau. Einfach anlegen, pumpen, fertig.
Für wen sie sich lohnt: Wenn du hauptsächlich stillst und nur gelegentlich abpumpen willst – zum Einfrieren, für eine Flasche oder zur Entlastung. Wer regelmäßig abpumpt, zum Beispiel wegen Rückkehr in den Job, braucht eine elektrische Pumpe.
Nicht geeignet für: Wenn du viel oder regelmäßig abpumpen willst oder wenn dein Baby aus medizinischen Gründen auf abgepumpte Milch angewiesen ist.

Handmilchpumpe ansehen (Affiliate-Link)* →

Welchen Still-BH brauche ich wirklich – und warum du mindestens drei kaufen solltest

Der Still-BH ist wahrscheinlich das Kleidungsstück das ich in den ersten Monaten am häufigsten getragen habe. Tag und Nacht, ohne Unterbrechung, weil man mit Stilleinlagen immer bereit sein muss und weil das Anlegen sonst eine halbe Stunde länger dauert als nötig.

Was ich gelernt habe: Drei Stücke ist das Minimum, kein Luxus. Man wechselt öfter als man denkt. Milchflecken auf hellen Shirts sind in den ersten Wochen unvermeidbar, und man will nicht jeden Abend waschen müssen. Ein Still-BH ohne Bügel ist für die meisten Mamas deutlich angenehmer – besonders wenn die Brust empfindlich oder von Milch gespannt ist.

👙 Empfehlung 3 · Must-have 
Still-BH bügelfrei – bequem, optisch in Ordnung, im 3er-Pack kaufen
Kein Bügel, keine Einschränkung, trotzdem ordentlich genug um auch unter engeren Shirts getragen zu werden. Ich habe diesen Still-BH von Anfang an verwendet und bin bis heute dabei geblieben. Was mich überzeugt hat: er sitzt wirklich bequem, auch wenn die Brust wechselt ihre Größe stark verändert. Er lässt sich leicht einhändig öffnen – was wichtig ist wenn man ein Baby auf dem Arm hat und die andere Hand frei sein muss.
Wichtig: Unbedingt mindestens im 3er-Pack kaufen. Am Anfang hat man überall Milchflecken und muss sonst ständig waschen. Mit drei Stücken hat man immer einen sauberen zur Hand.

Still-BH Set (Affiliate-Link)* →

„Aller Anfang ist schwer. Aber er ist leichter wenn man nicht gleichzeitig das falsche Equipment bereut."

Stilleinlagen – waschbar oder Einweg, und warum Qualität hier wirklich zählt

Stilleinlagen sind so ein Produkt das man am Anfang unterschätzt. Bis die erste Milch einschießt und man versteht, warum sie unverzichtbar sind. Sie schützen den Still-BH und die Kleidung vor Durchnässen – und wer schon einmal mit Milchflecken auf dem hellen Shirt in einem Meeting gesessen hat, weiß warum Qualität hier zählt.

Der wesentliche Unterschied zwischen günstigen und teuren Einlagen: Saugfähigkeit und Verarbeitungsqualität. Billige Einlagen rutschen, verteilen die Feuchtigkeit ungleichmäßig und scheuern. Gute Einlagen sitzen flach, saugen gleichmäßig und sind weich genug um empfindliche Brustwarzen nicht zusätzlich zu reizen.

🌸 Empfehlung 4 · Preis-Leistung stimmt

Stilleinlagen – vergleichbar mit Premium, deutlich günstiger
Ich habe verschiedene Stilleinlagen getestet – von der günstigsten Discounter-Variante bis zu teuren Marken. Diese hier liegen preislich im unteren Mittelfeld und leisten das, was teure Einlagen auch leisten: gute Saugfähigkeit, weiche Oberfläche, kein Scheuern. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich gut. Sie sind nicht zu dick für normale BHs und liegen flach genug um nicht aufzutragen.
Mein Tipp: Beim ersten Kauf ausreichend viele Pakete bestellen. Man braucht am Anfang erheblich mehr als man denkt – besonders in den ersten vier bis sechs Wochen wenn der Körper noch die richtige Milchmenge reguliert.
Waschbare Alternative: Langfristig wirtschaftlicher und nachhaltiger, aber erfordert mehr Waschaufwand. Wenn du vor allem in den ersten Wochen unkompliziert vorgehen willst, sind Einwegeinlagen zum Einstieg sinnvoll.

Hier findest du die Stilleinlagen (Affiliate-Link)* →

e6e05395 d275 4522 a9d7 e53c6a7265f6
Die ersten Wochen sind die schwersten – danach wird es meistens deutlich leichter

Was du dir beim Stillen sparen kannst

Die Liste des „nützlichen Stillzubehörs“ ist lang. Die Liste der Dinge die ich wirklich verwendet habe, ist kürzer. Was ich mir rückblickend hätte sparen können:

  • Teures elektrisches Doppelpumpen-Gerät. Für gelegentliches Abpumpen ist eine Handpumpe vollkommen ausreichend und deutlich unkomplizierter. Nur wer regelmäßig und viel abpumpen muss, braucht eine elektrische Pumpe.
  • Extra Stillkissen für die Nacht. Ein normales Kissen tut es genauso. Das spezielle Stillkissen ist bequem – aber kein Muss. Ich habe nach zwei Wochen aufgehört es zu benutzen.
  • StillschalSchön, praktisch – aber nichts was man nicht durch einen leichten Schal oder ein Tuch ersetzen könnte. Kann später immer noch gekauft werden wenn man merkt man vermisst ihn.
  • Spezieller Sterilisieraufsatz für die Mikrowelle. Ein normaler Kochtopf mit kochendem Wasser reicht für die meisten Teile vollkommen aus. Ich habe nie sterilisiert und hatte nie Probleme.
  • Extra Still-Nacht-BH. Ich habe meinen normalen Still-BH ohne Bügel auch nachts getragen. Bequem genug, kein Extra-Kauf nötig.
⭐ Empfehlung 5 · Das Stillkissen habe ich selbst zuhause · Preis-Leistung stimmt 
Dieses Produkt habe ich ebenfalls selbst zuhause – Preis-Leistung stimmt einfach
Manchmal findet man Dinge nicht wegen des Hypes, sondern weil man sie einfach ausprobiert und bemerkt, dass sie funktionieren. So war es bei mir mit diesem Produkt. Ich habe es nicht wegen einer Empfehlung gekauft, sondern nach Eigenrecherche – und es hat gehalten was es versprochen hat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unter allen Dingen die ich in dieser Zeit getestet habe wirklich eines der besten.
Warum ich es weiterempfehle: Es macht das was es soll – ohne Aufpreis für Markennamen und ohne Abstriche bei der Qualität.

Hier findest du das (vergleichsweise) günstige Stillkissen (Affiliate-Link)* →

Was hilft wenn Stillen am Anfang wirklich nicht klappt

Manchmal klappt es einfach nicht. Das Anlegen funktioniert trotz allem nicht, die Milchproduktion läuft nicht an, es ist körperlich oder emotional zu viel. Das ist keine Niederlage – es ist eine Situation die Unterstützung braucht.

✦ Was wirklich helfen kann

Stillberaterin hinzuziehen – eine professionelle Stillberaterin kann Dinge erkennen und korrigieren, die man selbst nicht sieht. Das Anlegen, die Position, mögliche anatomische Faktoren beim Baby. Oft reicht eine einzige Sitzung um einen entscheidenden Unterschied zu machen.

Hebamme fragen – deine Hebamme ist in den ersten Wochen deine wichtigste Anlaufstelle für Stillprobleme. Nicht alles löst ein Produkt.

Stillgruppen – der Austausch mit anderen Mamas die gerade dasselbe erleben macht einen echten Unterschied. Nicht für Ratschläge – für das Wissen dass man nicht allein ist.

7e7d7c2e 1ac2 4655 a8ba ca26b85c5fbc
Meine persönliche Stillausrüstung in der Übersicht – fünf Empfehlungen, alle selbst verwendet

Stillen ist eine der Erfahrungen die ich gerne ohne Erwartung angegangen wäre. Es ist schwieriger als gedacht, schöner als gedacht, und irgendwann wird es zu etwas das einfach funktioniert – fast ohne darüber nachzudenken. Der Anfang ist der härteste Teil. Und er wird leichter, wenn man das richtige Equipment hat und weiß, was man sich sparen kann.

Für Alle, die noch ganz am Anfang sind - es wird besser.
Ich verspreche es. 💛

Deine Anna
Nach oben scrollen