Ich bin Ingenieurin. Ich liebe Listen. Ich habe meine Kliniktasche etwa drei Wochen vor dem errechneten Termin gepackt – mit Tabelle, kategorisiert, zweimal überprüft. Was ich trotzdem vergessen habe und was ich nie gebraucht habe, erzähle ich euch heute.
Wenn man das erste Mal schwanger ist und anfängt sich mit dem Thema Kliniktasche zu beschäftigen, öffnet sich ein Kaninchenloch das einem nicht wirklich Halt gibt. Zehn verschiedene Listen, zehn verschiedene Meinungen, zehn verschiedene Prioritäten. Die eine schwört auf die Geburtswanne mit eigenem Badezusatz, die andere sagt man braucht gar nichts – die Klinik hat alles.
Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Und sie ist sehr persönlich. Was ich hier teile ist keine universelle Wahrheit – es ist meine Erfahrung. Was bei mir funktioniert hat, was unnötig war und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.
Kliniktasche packen – wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die meisten Empfehlungen sagen: ab der 36. Schwangerschaftswoche. Ich habe mit der 34. angefangen – nicht weil ich ängstlich war, sondern weil das Packen sich für mich wie eine sinnvolle Kontrolle angefühlt hat. Etwas das ich tun kann, während ich auf etwas warte das man nicht kontrollieren kann.
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Die Tasche stand dann fertig in der Ecke und hat mich die letzten Wochen irgendwie beruhigt. Als wäre sie ein Symbol: Ich bin bereit. Auch wenn ich natürlich nicht bereit war. Fast niemand ist wirklich bereit.
„Die Tasche stand fertig gepackt in der Ecke. Als wäre sie ein Symbol für Bereitschaft – auch wenn niemand wirklich bereit ist."
„Die Tasche stand fertig gepackt in der Ecke. Als wäre sie ein Symbol für Bereitschaft – auch wenn niemand wirklich bereit ist."
Kliniktasche Packliste – was ich für mich eingepackt habe
- Mutterpass (Den braucht man wirklich – und man sollte ihn schon vorher griffbereit haben) mit Schutzhülle (Affiliate-Link)* – diese Hülle mag ich ganz besonders gerne, denn sie erinnert mich immer an das Wunder, das mein Körper geschaffen hat
- Krankenversicherungskarte
- Personalausweis
- Geburtsplan (falls vorhanden – Kurz, konkret, realistisch – kein Roman) in diesem Planer kann man alle Informationen ganz kompakt zusammen halten, super einfach zur Organisation (Affiliate-Link)*
- Telefonnummern aufgeschrieben (Für den Fall dass das Handy leer ist)
- Bequeme Socken (Affiliate-Link)* (Mit Antirutschsohle – der Boden ist oft kalt und glatt)
- Eigenes Kissen (Ich weiß wie meins riecht und sich anfühlt – das hat mir viel bedeutet)
- Lippenpflege (Affiliate-Link)* (für mich unverzichtbar – durch die Atemübungen werden die Lippen furchtbar trocken)
- Wasserflasche mit Strohhalm (Affiliate-Link)* – ist unter der Geburt einfach angenehmer und kann auch von der Begleitung angereicht werden und habe ich zuhause zum Stillen sehr viel genutzt –> Tipp: während des Stillens bekommt man wahnsinnigen Hunger und Durst. Halte am besten immer ein paar Nüsse und Wasser bereit, den einmal hingesetzt steht man meist nicht so schnell wieder auf
- Snacks für die Begleitperson und falls möglich für sich selbst (gut verdaulich und nicht belastend für den Magen, z.B. Reiswaffeln oder Traubenzucker (Affiliate-Link)* – dieser hier enthält zusätzlich Vitamin C, ein oder zwei kleine Packungen reichen aber in der Regel aus und gibt es auch in jedem Kiosk/Tankstelle zu kaufen
- Handy-Ladekabel + Powerbank
- Musik / Playlist vorbereitet (Ich hatte eine ruhige Playlist – sie hat mir mehr geholfen als ich dachte)
- Wickelbody (1, Größe 50/56) mit Druckknöpfen unten – macht das An- und Ausziehen einfacher
- Mützchen auch im Sommer – Neugeborene verlieren schnell Wärme über den Kopf
- Babydecke für Kuschelmomente und den ersten Heimweg
- Weit geschnittene Nachthemden (Affiliate-Link)* (1-2 reichen) vorne offen fürs Stillen, die Knopfleiste ist Gold wert, ich würde Baumwolle nehmen, da es bei dem langen liegen im Bett einfach am angenehmsten auf der Haut ist
- Still-BH (Affiliate-Link)* oder Bustier (2 Stück falls einer Milchflecken bekommt) Bequem, ohne Bügel, von Anfang an
- Wochenbetteinlagen / Netzhosen (Affiliate-Link)* (Die Klinik hat welche – aber eigene sind angenehmer), diese hier sind waschbar und somit auch wiederverwendbar
- Bequeme Hausschuhe
- Eigenes Handtuch (2 Stück) Klinik-Handtücher sind oft sehr klein und häufig werden auf Station keine ausgegeben
- Bademantel/Strickjacke für den Gang zur Dusche – unverzichtbar
- Pflegeprodukte: Duschgel, Shampoo (Affiliate-Link)*, Zahnbürste und -pasta, Creme (Affiliate-Link)*, Deo (Affiliate-Link)* – alles am besten in Reisegröße (habe ich mir schwer getan hier zu finden, gibt es aber häufig in Drogerien vor Ort) –> Tipp: Achte auf parfümfreie Produkte, damit die Bindung zu deinem Baby nicht gestört wird, das wird auch für die Stillzeit empfohlen
- Alternativ finde ich Trockenshampoo (Affiliate-Link)* eine absolute Empfehlung, in 30 Sekunden sieht man aus wie frisch geduscht und hat kaum Aufwand, auch wenn man nach der Entbindung noch Probleme mit der Bewegung hat. Trockenshampoo hat in meinem Alltag mit Kleinkind inzwischen einen festen Platz, da es im Alltag einfach praktisch ist, hier auch parfümfrei
- Brustwarzencreme / Lanolin (Affiliate-Link)* für die ersten harten Stilltage – wirklich wichtig, trotz mehrfacher Anwendung am Tag hat bei mir eine Tube für die gesamte Stillzeit ausgereicht
- Stillkissen (Affiliate-Link)* – mein persönlicher Gamechanger, denn so konnten wir uns mit der Unterstützung in der Klinik bereits an den Stillablauf zuhause gewöhnen. Ich bevorzuge diese Form, da dieses Kissen auch in der Schwangerschaft zum schlafen gut genutzt werden kann. Aktuell wird es auf der Couch genutzt
Was ich in der Kliniktasche nicht gebraucht habe – ehrliche Bilanz
Und dann gibt es die andere Seite. Die Dinge, für die ich Platz in der Tasche gemacht habe – und die unberührt wieder heimgekommen sind.
- Eigener Badeanzug für die Geburtswanne – die Klinik hatte Einweg-Unterwäsche und ich konnte in der Situation eh nichts an der Haut ertragen obwohl ich das vorher für nicht möglich gehalten hätte
- Zu viele Kleidungsstücke – man liegt die meiste Zeit in Nachthemd und Jogginghose im Bett
- Babykleidung in Größe 62 – Neugeborene sind winzig
- zu viel Babykleidung – 1 Outfit und Body reicht für den Tag der Entlassung
- Pflegeprodukte und Windeln fürs Baby – die Kliniken sind auf Entbindungen spezialisiert und haben für die Kleinsten alles da
- Parfum – wusste ich vor meinem ersten Kind nicht, aber wird in der Anfangszeit nicht empfohlen, um den körpereigenen Duft für das Baby nicht zu verfälschen. Parfum kann auch Probleme beim Stillen mit sich bringen.
- Silberhütchen – hatte ich in der Klinik dabei und habe ich auch gebraucht, jedoch finde ich sie in der Anschaffung einfach zu teuer wenn man nicht weiß, ob man sie benötigt. Viele Kliniken können direkt vor Ort lasern wenn Schmerzen und Schwierigkeiten auftreten. Sollten sie doch noch benötigt werden, kann man sie jederzeit in der Apotheke oder Drogerie von Freunden oder Familie besorgen lassen. Am besten immer auf die Empfehlung des Fachpersonals vor Ort vertrauen.
✦ Mein ehrlichster Tipp
Pack weniger als du denkst. Eine kompakte Tasche ist leichter zu finden, leichter zu tragen und leichter zu überblicken, wenn man erschöpft und aufgeregt ist. Das Wichtigste passt in einen mittelgroßen Rucksack.
Was ich beim zweiten Kind anders einpacken würde
Mit dem Wissen von heute würde ich die Tasche schlanker packen – und dafür gezielter. Weniger Eventualities, mehr Essentials. Das Ziel ist Funktion vor Perfektion.
Und sollte man doch etwas ganz dringend benötigen, können Familie und Freunde das sicher spontan besorgen.
